Die australische Werft Incat hat das größte Elektroschiff der Welt fertiggestellt und in Betrieb genommen. Nun wurde das Testprogramm gestartet.
Leinen los hieß es nun für die laut Angaben der Werft größte E-Fähre: Die australische Werft „Incat Tasmania“ hat die größte E-Fähre weltweit, die „Incat Hull 096“ fertiggestellt und den Jet-Antrieb getestet.
Demnach verfügt das Schiff über einen Wasserstrahlantrieb mit acht Jets: Wasser wird mit großem Druck durch Düsen ausgestoßen, was einen Rückstoß erzeugt, welcher das Schiff anschließend antreibt. Vor geladenen Gästen, darunter auch der australische Wirtschaftsminister Don Farrell sowie der tasmanische Premierminister Jeremy Rockliff, hat Incat-CEO Robert Clifford die Jets gestartet und deren Leistung vorgestellt, wie Incat mitteilte. Dies sei der Auftakt fürs Testprogramm gewesen, bevor das Schiff anschließend ausgeliefert werde.
Die Incat Hull 096 ist eine Fähre, welche die Reederei Buquebus mit Sitz in Uruguay in Auftrag gegeben hat. Buquebus betreibt Fähren auf dem Grenzfluss zwischen Uruguay und Argentinien, dem Río de la Plata. Dort soll auch die E-Fähre entsprechend eingesetzt werden.
Die Fähre selbst ist ein 130 Meter langer sowie 32 Meter breite Katamaran aus Aluminium. Auf dem Schiff, das im Mai in Hobart vom Stapel gelaufen ist, sollen in Zukunft bis zu 225 Fahrzeuge und 2.100 Passagiere Platz finden.
Details wie beispielsweise die Leistung des Antriebs hat Incat nicht bekannt gegeben. Der Energiespeicher soll eine Kapazität von 400 mWh haben und ca. 250 t wiegen. Er kommt vom norwegischen Unternehmen Corvus Energy. Den Wasserstrahlantrieb hat das finnische Unternehmen Wärtsilä zugeliefert.
„Das ist weltweit das erste Mal, dass ein Schiff dieser Größe mit einem 100%-igen akkuelektrischen Antrieb getestet wurde“, sagte Clifford. Laut Incat sei das Schiff nicht nur das größte E-Schiff der Welt, sondern noch dazu auch das größte bisher gebaute elektrische Fahrzeug überhaupt. Die Werft wolle es dann nach den Tests voraussichtlich in ein paar Monaten ausliefern.
Ca. 90% des Welthandels werden über den Seeweg abgewickelt. Dabei macht der Schiffsverkehr knapp 3% der weltweiten CO²-Emissionen aus, 13% der Schwefel- sowie ca. 30% der Stickoxidemissionen. Dazu kommen dann auch noch Rußpartikel sowie Feinstaub. Im Jahr 2023 hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) der United Nations (UN) das Ziel, dass Schiffe bis 2050 klimaneutral sein müssen, ausgegeben.

